28/09/2021  •  3 Minuten gelesen

Aufbau einer nachhaltigen Energiezukunft im Südsudan

Nach jahrelangen Konflikten gibt das wiederbelebte Friedensabkommen von 2018 neue Hoffnung und bietet der südsudanesischen Regierung die Möglichkeit, Maßnahmen zur Unterstützung der beginnenden wirtschaftlichen Erholung zu ergreifen.

Mit den drittgrößten Ölreserven in Afrika südlich der Sahara, die auf 3,5 Milliarden Barrel geschätzt werden, ist die Ölindustrie der Lebensnerv der südsudanesischen Wirtschaft und trägt zu einem erheblichen Teil zur Finanzierung der Regierung des Südsudan bei. Dennoch ist es für den Südsudan wichtig, das enorme Potenzial im Energiesektor mit seinem traditionellen Standbein – der Landwirtschaft – in Einklang zu bringen, die nach wie vor eine wichtige Lebensgrundlage für 80 Prozent der Bevölkerung ist und 15 Prozent der Wirtschaft des Landes ausmacht.

Die wirtschaftliche Erholung nach den Jahren des Konflikts hat die derzeitige Priorität. Für den Öl- und Gassektor begann sie mit dem Wiederaufbau der betroffenen Anlagen und der Beseitigung der daraus resultierenden Auswirkungen auf die Umwelt. Die Sudd Petroleum Operating Company (SPOC) kehrte nach der Sicherheitsfreigabe an den Standort zurück und begann mit umfangreichen Aufräum- und Sanierungsarbeiten.  Die SPOC, eine Joint Operating Company (JOC), die aus PETRONAS und den Partnern ONGC Videsh Ltd (OVL) und der südsudanesischen Ölgesellschaft Nile Petroleum Corporation (Nilepet) besteht, befasst sich mit der Exploration, Erschließung und Förderung von Kohlenwasserstoffressourcen im Block 5A im Tharjiath-Feld, einem Teil des Muglad-Sudd-Riftbeckens.

Die 2018 abgeschlossene Sanierung hat das Risiko weiterer Umweltbelastungen deutlich verringert. SPOC hat außerdem innovative Maßnahmen zur Wiederherstellung und zum Schutz der umliegenden Umwelt und Gemeinden ergriffen.

Eine der wichtigsten Maßnahmen ist das Produced Water Treatment System (PWT), das als erstes in Tharjiath eingeführt wird und bei dem die Auffangbecken mit der Geo Cell Technology ausgestattet sind. Die Geozellen dienen der Erosionskontrolle und der Stabilisierung des Bodens, um zu verhindern, dass das geförderte Wasser in die Umgebung gelangt und das örtliche Grundwasser verunreinigt.  Außerdem wird eine Parameterüberwachung installiert, um die Verschmutzung von Grundwasser, Boden, Luft und anderen Umweltparametern während des Betriebs zu verhindern.

Darüber hinaus wird im ersten Quartal 2022 ein Bioremediationssystem wieder in Betrieb genommen. Dieses umweltfreundliche System fördert die Artenvielfalt in dem Gebiet. Das aufbereitete Wasser wird chemischen und toxikologischen Bewertungen für Wasser, Boden und Pflanzen unterzogen, so dass es gefahrlos für die Forst- und Agroforstwirtschaft abgeleitet werden kann. Mit diesem System wird sichergestellt, dass das erzeugte Wasser den südsudanesischen und internationalen Normen für die Einleitung von Wasser in die Umwelt entspricht.

Bei der Tharjiath-Pipeline setzt das SPOC erstmals die Magnet-Tomographie-Methode (MTM) ein, um die Integrität der Pipeline bei minimalen Grabungen zu überprüfen.  Das MTM-Verfahren nutzt magnetische Technologie, um die Pipeline auf Anomalien zu prüfen und trägt so zum Schutz von Ackerland und lokalen Ökosystemen entlang der Pipelineroute bei.

"Neben dem Schutz des Landes entlang der 172 Kilometer langen Pipeline und der Gewährleistung der Sicherheit stellt MTM sicher, dass wir mögliche Risiken wie Lecks oder Brüche wirksam überwachen und mindern sowie auftretende Probleme schnell bewältigen können“, sagt der frühere Landesvorsitzende von PETRONAS South Sudan Operations, Anuar Ismail. Anuar ist davon überzeugt, dass der derzeitige Landesvorsitzende Peter Majid anak Tandom, der das Amt am 1. September 2021 übernommen hat, die gute Arbeit im Südsudan fortsetzen wird.

PETRONAS legt größten Wert auf nachhaltiges Wachstum im Südsudan durch den Einsatz dieser innovativen Technologien. Mit der Einführung dieser Technologien geht auch ein Wissenstransfer an die südsudanesischen Arbeitnehmer einher, der durch umfangreiche Möglichkeiten der Ausbildung am Arbeitsplatz unterstützt wird. Und mit dem Internationalen Bildungsförderungsprogramm (IESP) von PETRONAS wird der Weg für eine neue Generation von qualifizierten südsudanesischen Öl- und Gasfachleuten geebnet.

Seit dem Jahr 2000 haben etwa 97 südsudanesische Studenten am IESP teilgenommen, für das PETRONAS erhebliche Mittel bereitgestellt hat. Diese Studenten haben sich zu wertvollen Talenten in der Energiebranche des Südsudan entwickelt. Etwa 87 Südsudanesen nahmen außerdem an einem Schulungsprogramm für den Produktionsbetrieb teil, das vom technischen Ausbildungsinstitut von PETRONAS, dem Institut Teknologi Petroleum PETRONAS (INSTEP), organisiert wurde. Es handelt sich dabei um qualifizierte Talente, die in der Lage sein werden, gemeinsam mit den PETRONAS-Betriebsgesellschaften an der Entwicklung der Ölindustrie und dem Wiederaufbau der südsudanesischen Wirtschaft mitzuwirken.

“Wir sind uns darüber im Klaren, dass langfristige Nachhaltigkeit für den Südsudan und seine Bevölkerung sehr wichtig ist. PETRONAS und seine JOC-Partner werden auch weiterhin technisches und technologisches Know-how für einen sicheren, rentablen Öl- und Gasbetrieb bereitstellen, das der Wirtschaft und der Bevölkerung des Südsudan zugutekommt. Ebenso wird die Entwicklung des qualifizierten Humankapitals für eine florierende Energiewirtschaft gefördert.”

Anuar Ismail

Früherer Landesvorsitzender, PETRONAS South Sudan Operations

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